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Projektpartner:
Mädchenhaus Bremen

Erweiterung der Online-Beratung


Zwischenbericht des Projektes „Erarbeitung von Standards für Onlineberatungen für Mädchen“ des Mädchenhaus Bremen e.V., gefördert mit Mitteln der Bremischen Kinder- und Jugendstiftung

Projektlaufzeit 01.08.2009 bis 31.12.2010

Evaluation

Im Rahmen des Projektes wurden auf verschiedenen Ebenen statistische Daten zu der seit fünf Jahren bestehenden Onlineberatung www.hilfe-fuer-maedchen.de erhoben:

  • Im Rahmen einer dreimonatigen Logfileanalyse (23.08.-29.11.2009) wurden umfangreiche Daten zur quantitativen Nutzung der Seiten ermittelt. Ein Ergebnis dieser Analyse ist, dass die redaktionellen Seiten der Onlineberatung nach dem offenen „Forum“ und dem „Topthema“ zu den populärsten Seiten der Onlineberatung gehören. Auch umfangreiche technische Daten zu genutzten Browsertypen etc., die zur barrierefreien Weiterentwicklung der Seiten notwendig sind, konnten erhoben werden.

  • Über einen Zeitraum von sechs Monaten (01.05.-01.11.2009) wurden alle neuen Beiträge von Mädchen in der Onlineberatung nach Themen analysiert und verschlagwortet. 161 Threads im offenen Forum und 80 Threads im geschützten Bereich der Safe Area wurden für diese Analyse ausgewertet (Tabellen s. Anhang).

  • An der dreimonatigen (05.11.2009 – 28.02.2010) Fragebogenaktion haben sich 88 Mädchen beteiligt. Die Ergebnisse geben einen guten Überblick über die Nutzerinnen, das Nutzungsverhalten und die Wünsche der Mädchen an die Onlineberatung (Grafiken s. Anhang).


Ergebnisse, mit denen wir jetzt weiterarbeiten können:

Unsere Standard-Onlineberatungs-Nutzerin ist:

  • 15,6 Jahre alt,

  • Gymnasiastin oder Realschülerin,

  • ohne Migrationserfahrung,

  • heterosexuell orientiert,

  • war schon mal in Beratung/Therapie, ist aber zur Zeit psychosozial nicht gut versorgt (für 40% der Mädchen ist die Onlineberatung allerdings der erste Kontakt mit einem professionellen Hilfsangebot),

  • empfindet unsere Onlineberatung oft als hilfreich.


Nutzungsinteressen:

  • Jüngere Mädchen (12-14 Jahre) sind sehr am interaktiven Austausch interessiert, Weitervermittlungen über Links nehmen sie seltener in Anspruch. „Alles soll auf einer Seite stattfinden.“

  • 5- bis 17-Jährige nutzen alle Bereiche knapp unterdurchschnittlich, benennen aber den positiven Nutzen der Onlineberatung überdurchschnittlich oft.

  • 18- bis 20-Jährige nutzen Linklisten überproportional oft.


Beratungsanlässe:

  • Es scheint leichter zu sein, über Symptome oder „harmlose Fragen“ Kontakt

aufzunehmen,

  • aber es besteht offensichtlich bei vielen auch ein großes Bedürfnis, sich über

Gewalt und Konflikte auszutauschen und Beratung zu diesem Thema zu erhalten.

  • Es gibt einen enormen Beratungsbedarf rund um das Thema Pubertät, Identität und Sexualität.


Fragestellungen, die sich aus den Evaluationsergebnissen ergeben haben:

  • Wollen wir andere Nutzerinnengruppen gezielt ansprechen (z.B. jüngere

Mädchen, Mädchen mit Migrationshintergrund)?

  • Wollen wir die Themen einschränken/vorgeben? Oder wollen wir uns öffnen für alle mädchenrelevanten Themen?

  • Wie können wir den redaktionellen Bereich so gestalten, dass wir als Beraterinnen auch einen Nutzen davon haben (Mehrwert)?

  • Macht es Sinn, dass Mädchen ihre Beiträge verschlagworten können und dann

auch über diese Schlagworte (tags) Themen im Forum finden?


Aufträge, die sich aus der Analyse ergeben haben

  • Differenzierung Safe Area/Forum für die Schreiberinnen im Frontend deutlicher

machen

  • Mädchenhaus als Anbieterin deutlich sichtbar machen (z.B. auf der ersten Seite),

Regionalität benennen

  • Mehr Transparenz zu Zeiträumen für das Veröffentlichen und Beantworten von

Beiträgen

  • Maßnahmen zur Medienkompetenz, z.B. deutlicher Hinweis auf die achtsame Wahleines Nicknamens im Anmeldeprocedere, Information über den Wert des Logout, Anonymisieren/Umgang mit sensiblen Daten im Internet

  • Einfacheres Login, auch wenn man gerade nicht antworten will

  • Themenseiten zu den von den Nutzerinnen gewünschten Themen umgestalten und technisch als Informationspool für die Beraterinnen zugänglich machen

  • Konzept für Vielschreiberinnen und Rechtschreibschwache

  • Konzept zum Umgang mit Inszenierungen/schrägen Kontaktaufnahmen

  • Recherche nach anderen guten Seiten, auf die wir verweisen können


Technische Überarbeitung

Die Einführung der Klientinnenmappen im Backend der Beraterinnen hat sich deutlich positiv auf die Qualität der Beratung ausgewirkt. Seit Anfang November 2009 können für jedes Beratungsmädchen in einem Ordner Informationen hinterlegt werden. Die sogenannte Klientinnenmappe gliedert sich in drei Bereiche: Auf der Benutzeroberfläche der „Sozialdaten“ werden Angaben zur Person und zum aktuellen Lebensumfeld gesammelt. Hier sind auch die Daten zum ersten und letzten Login und zur Zuständigkeit der Beraterinnen zu finden. Die Registerkarte „Profil“ bietet in vier verschiedenen Rubriken Platz für 1. Themen/Symptome/diagnostische Hinweise, 2. Beratungsprozess/ Beratungsziel, 3. wichtige Informationen und 4. Angaben zur Weitervermittlung des Mädchens an andere Institutionen. Die „Historie“ als dritte Registerkarte bietet einen Überblick über alle Beiträge und Antworten des Mädchens in der Safe Area und im Forum. Alle Einträge werden personalisiert und automatisch mit Datum abgelegt. So gelingt es uns, mit einem Blicke den bisherigen Beratungsverlauf einzuschätzen und neue Interventionen auf den bereits bestehenden Beratungsprozess abzustimmen.